Von Gnade gehalten
Römer 3,22-28 in Auszügen – Paulus schreib:
Versteht ihr: Gott spricht alle Menschen frei, die an Jesus Christus glauben. Der Glaube macht gerecht. Es liegt nicht daran, wie jemand handelt. Vor Gott sind alle Menschen Sünder … Darum hängt das Urteil über uns nicht von unserem Tun ab. Der Freispruch kommt ganz unverdient, durch die Gnade.
Gott vergibt.
Gibt es in diesem Zusammenhang irgendetwas, auf das wir stolz sein könnten? Nein! Und warum? Weil das alles nichts mit der Richtigkeit unsers Handelns zu tun hat, sondern allein mit unserem Glauben. Ich (Paulus) bin fest davon überzeugt: Ein Mensch wird nicht durch sein Handeln, sondern nur durch seinen Glauben vor Gott gerecht.
Ein schwerer Text – aber er hat die Welt verändert. Er ist mit seinen Ausführungen zu den “4 Gs” Gerechtigkeit, Gesetz, Gnade und Glaube die Grundlage der evangelischen Kirche, wie sie infolge der Reformation Martin Luthers entstanden ist.
In allen Religionen dieser Welt lautet die Antwort auf die Frage nach der Gerechtigkeit „Du wirst Gott (und letztlich auch den Menschen) gerecht, indem du Regeln (Gesetz) befolgst.“ Diese Regeln sehen in den Religionen unterschiedlich aus. Der christliche Glaube ist anders. Jesus selber sagt: „wenn ihr nicht etwas anderes aufzuweisen habt als Regelbefolgung, könnt ihrs vergessen.“ (Matthäus 5,20). Gott geht es um mein Herz, nicht um das Einhalten von Regeln.
Nicht falsch verstehen: Paulus will die 10 Gebote nicht abschaffen, er findet sie zutiefst wichtig und richtig. Es geht um die Frage, wodurch wir Gott gerecht werden.
Im Christentum steht die Gerechtigkeit nicht am Ende eines langen Weges, sondern am Anfang. Bevor ich mich mit Gott auf den Weg mache, spricht er mir am Anfang des Weges zu: „du bist gerecht, du bist mir recht.“
Diese Gerechtigkeit, die vor Gott gilt und Bestand hat, kommt durch Glauben. Wir können sie uns nicht verdienen, sie wird uns geschenkt – das bedeutet Gnade. Das zu akzeptieren fällt vielen Menschen schwer, weil sie sonst immer genau das Gegenteil kennen – es kommt auf die eigene Leistung an. Aber gerade das ist das Besondere. Und deshalb darf ich auch wissen, dass diese Gerechtigkeit gilt, weil es nicht auf mich ankommt.
Frage:
Wenn Du einem Freund/ einer Freundin das Evangelium – die gute Nachricht – von Jesus Christus erzählten willst, was sagst du ihm/ ihr in zwei bis drei Sätzen?
Gebet:
Herr, hilf mir, das mit den 4 Gs richtig zu verstehen und richtig zu leben.